Tobias Hylla, Architekt : « Kooperationen mit französischen Planern »

"Zu Beginn der Selbständigkeit waren das Wohnhäuser für Bekannte. Parallel habe ich aber immer versucht, über Architekturwettbewerbe an andere Aufträge zu gelangen. Bei diesen werden dann unterschiedlichste Aufgaben wie bspw. Museen, Hallenbäder, Schulen oder Kindergärten

Business Portrait

« Zu Beginn der Selbständigkeit waren das Wohnhäuser für Bekannte. Parallel habe ich aber immer versucht, über Architekturwettbewerbe an andere Aufträge zu gelangen. Bei diesen werden dann unterschiedlichste Aufgaben wie bspw. Museen, Hallenbäder, Schulen oder Kindergärten bearbeitet… »

 

Können Sie sich bitte vorstellen, was Ihre berufliche Laufbahn ?
Tobias Hylla : Ich bin Architekt und habe in Karlsruhe studiert. Während und nach meinem Studium habe ich einige Jahre bei Lehmann Architekten in Berlin und auch bei Feichtinger Architectes in Paris gearbeitet. Beide Büros sind auch hier in der Region tätig. Feichtinger wird bspw. die neue Messe in Strassburg bauen, und Lehmann ist ein regional bekanntes Büro aus der Ortenau.

 

Vor etwa vier Jahren habe ich dann beschlossen, mich selbständig zu machen. Anfangs noch in Berlin, und nun seit etwa einem Jahr in Kehl. Ich stamme aus der Region und habe Kehl letztlich wegen seiner Grenznähe zu Strassburg als Standort gewählt. Ich denke, diese Schnittstelle kann zukünftig interessante Optionen bieten.

 

Warum haben Sie Ihre eigne Firma als Architekt gegründet ?
Tobias Hylla : Ich hatte eigentlich schon immer den Drang, eigene Projekte anzugehen. Als dann bei meinem bestehenden Job mein Projekt zu Ende ging, und gleichzeitig ein Freund beschlossen hatte, ein Wohnhaus zu bauen, habe ich diese Gelegenheit genutzt und den Sprung in die Selbständigkeit gewagt.

 

Wie arbeiten Sie, auf welchen Gebäudearten ?
Tobias Hylla : Das ist eigentlich relativ breit gefächert. Zu Beginn der Selbständigkeit waren das Wohnhäuser für Bekannte. Parallel habe ich aber immer versucht, über Architekturwettbewerbe an andere Aufträge zu gelangen. Bei diesen werden dann unterschiedlichste Aufgaben wie bspw. Museen, Hallenbäder, Schulen oder Kindergärten bearbeitet… und im Falle eines Wettbewerbserfolges normalerweise auch gebaut. Eine Zielgruppe gibt es in dieser Form daher nicht unbedingt, sondern ich halte es eher für erstrebenswert, vielseitig zu arbeiten und zu bleiben.

 

Können Sie uns zwei oder drei Erfolgsprojekte nennen ?
Tobias Hylla :  Bei meiner Arbeit bei Lehmann Architekten war das sicherlich der Neubau zum Kleist-Museum in Frankfurt (Oder), welchen ich in Projektleitung von der Wettbewerbsbearbeitung bis zur Ausführung bearbeiten durfte. Dieses Projekt war sehr lehrreich für mich hinsichtlich des gesamten Leistungsumfangs des Architektenberufs. Während meiner selbständigen Tätigkeit waren dies dann zwei Wettbewerbserfolge für eine Seniorenwohnanlage hier in der Region und eine Kindertagesstätte bei Hannover.

 

Die Herausforderungen lagen erst einmal nicht im Entwurf, sondern in der Organisation, da die Bearbeitungszeiten von jeweils ca. 6-8 Wochen nicht honoriert wurden, parallel aber noch die notwendigen Einkünfte erzielt werden mussten. Im Anschluss ist es dann aber natürlich ein gutes Gefühl, wenn ein solcher Kraftakt durch eine Prämierung und einen neuen Auftrag belohnt wird.

 

Was ist mit Ihrem eigenen Bereich, wie ist die wirtschaftliche Lage zur Zeit ?
Tobias Hylla : Das Bauwesen hat Hochkonjunktur, dementsprechend sind also auch Planungsleistungen gefragt. Das ist natürlich eine gute Ausgangslage für eine sich in den Anfängen befindliche Selbständigkeit. Für mich gilt nun erst einmal, das Büro zu festigen, und meine Leistungsfähigkeit über weitere Mitarbeiter zu erhöhen. Dies ist meist auch eine Grundbedingung, um überhaupt grössere Projekte bearbeiten zu dürfen.

 

Ansonsten werde ich aber verstärkt auf das Wettbewerbswesen setzen, da es eine grosse Bandbreite an interessanten Aufgaben bietet und sich mit aktuellen Themen der Zeit beschäftigt. Durch Kooperationen mit französischen Planern ist es längerfristig vielleicht auch möglich auf dem französischen Markt tätig zu werden. Dazu sollte ich allerdings erst einmal meine Französisch-Kenntnisse verbessern.

 

Welche Ratschläge würden Sie einem Unternehmer geben ?
Tobias Hylla : Ich weiss nicht, ob ich diesen Schritt noch einmal alleine gehen würde. Der fachliche und organisatorische Arbeitsaufwand ist enorm, und die Zeit, um Entscheidungen zu treffen zu können, wird immer kürzer. Dies ist anfangs, bei noch fehlender Erfahrung, schon nicht einfach. Der Austausch mit einem Partner wäre sicherlich hilfreich und könnte Unsicherheiten schneller beseitigen.

 

Ein weiterer Ratschlag wäre, sich frühzeitig ausreichende finanzielle Rücklagen zu schaffen, da man bei allen Projekten teilweise monatelang planerisch und finanziell in Vorleistung gehen muss und sich dieser Faktor bei mehreren gleichzeitigen Projekten und entsprechenden Mitarbeitern potenziert. Dies kann durchaus schlaflose Nächte bereiten.

 

Tobias Hylla / hafenstrasse 3, 77694 Kehl am Rhein / +49.78 51.50 86 60

lea.davy2@gmail.com

Journaliste à Entrepreneurs Alsace. Traqueuse de sujets. Startup lover. Mon ambition ? Réconcilier les lecteurs/lectrices avec l'économie et contribuer à faire vivre l'écosystème alsacien avec la team Entrepreneurs Alsace. Parce que l'éco, c'est avant tout des gens qui se bougent 24/24 (pas les parachutes dorés)

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